Die Regulierung der Anbieter

Gerade nach oder in Jahren von Krisen sorgen sich Anleger vermehrt um ihr Erspartes. Gleichzeitig versuchen deutsche Sparer natürlich das meiste aus dem Geld zu machen und mit dem klassischen Sparbuch geht das leider nicht mehr so einfach. Die Zinsen sind so tief gesetzt, dass eine Orientierung hin zu anderen Anlageformen nur logisch erscheint. Auch binäre Optionen sind beliebter als je zuvor. Und damit sprießen auch Anbieter auf dem Markt wie Pilze im Wald. Um die Sicherheit dieser Geschäftsart zu gewährleisten, lässt die Europäische Union die Broker scharf regulieren. Wer bei Forex– und CFD-Brokern von einer Regulation einer Aufsichtsbehörde liest, kann dies schon mal als Indiz von hoher Seriosität des Anbieters werten.

Wer sich im Markt umschaut, wird feststellen, dass eine Vielzahl von Brokern auf Zypern ansässig ist. Manche gönnen sich zudem eine Zweigstelle in der Bundesrepublik oder anderen Ländern. Auch Zypern ist Teil der EU und unterliegt somit ihren Richtlinien und Regularien. Wer sich damit beschäftigt, welchen Broker er denn zum Handel mit binären Optionen heranziehen sollte, der sollte in jedem Fall genau überprüfen, wo dieser seine Zelte aufgeschlagen hat und unter welcher Aufsicht er steht. Um wirklich sicher zu gehen, sollte man den Sitz in der Europäischen Union unter Umständen zum persönlichen Mindeststandard machen.

Ganz besonders attraktiv für Kunden aus der Bundesrepublik ist es natürlich, wenn auch der Broker in Deutschland ansässig ist. Zuständig für solche Institute ist die Bundesanstalt für Finanzaufsicht oder kurz BaFin. In der Regel weisen deutsche Anbieter weitaus höhere Einlagensicherungen aus, als ihre ausländischen Mitstreiter.

Die Mehrzahl der Online Broker arbeitet jedoch von Zypern aus. Dies hat vor allem steuerpolitische Gründe. Als EU-Mitglied hat der Inselstaat die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID ratifiziert. Insofern ist auch den zypriotischen Anbietern grundlegend zu trauen.

Die CySEC

Während die Insel früher als reines Steuerparadies bekannt war, hat man seit dem Eintritt in die EU im Jahr 2004 zumindest zusätzlich Europäische Vorgaben umgesetzt und im Zuge dessen auch die Cyprus Securities and Exchange Commission gegründet. Gute Steuerbedingungen herrschen hier aber immer noch, wie die hohe Anzahl der ansässigen Online Broker verrät. Der Arbeit der CySec liegt ein 200 Seiten umfassender Gesetzestext zu Grunde.

Die wesentlichen Inhalte sind:

  • Der Broker darf sein Eigenkapital zu keiner Zeit ins Negative rutschen lassen
  • Sollte es einmal zu dem Fall kommen, dass die Höhe der Verbindlichkeiten die Höhe des Eigenkapitals des Brokers übersteigt, ist dieser verpflichtet, die CySEC mit sofortiger Wirkung darüber zu informieren. Die Behörde wird daraufhin den Broker zur Erhaltung der Standards ermahnen
  • Folgt das Unternehmen nicht den Anweisungen der CySec, so muss er damit rechnen, dass ihm die Lizenz entzogen wird
  • Ein solcher Lizenzentzug wird direkt auf der Homepage der Behörde veröffentlicht
  • Auch im normalen Tagesgeschäft wird von jedem Broker verlangt, regemäßig Bericht an die Behörde zu erstatten, wie es um den finanziellen Status des Unternehmens steht
  • Diese Berichte sollten möglichst unaufgefordert eingehen. Wenn sich ein Broker weigert, dies zu tun, so ist abermals eine Abnahme der Lizenz möglich

Viele Tausende Händler machen tagtäglich Geschäfte mit und durch zypriotische Broker. Die Regulierung verläuft hier also durchaus zufriedenstellend. Dies ist aber noch längst nicht die Regel im Weltmarkt. Betrachten wir hierzu einmal das Beispiel der Malediven. Ein Broker handelt hier bereits legal, wenn er einen Gewerbeschein besitzt, ein Bankkonto vorweisen kann und zudem im Internet aufzufinden ist. Eine offizielle und spezialisierte Broker Regulierung findet überhaupt nicht statt. Und so kann man sich auch im Insolvenzfall des Anbieters von seinen Einlagen verabschieden. Aber auch im normalen Geschäftsbetrieb kann es immer wieder zu Verzögerung bei Auszahlungen kommen. Manchmal wartet man gar vergeblich. Man sollte sich also auf keinen Fall auf scheinbar gute Angebote von unregulierten Brokern einlassen. Man ist hier schneller einem Betrug aufgesetzt, als man schauen kann.

Eine offizielle und anständige Regulierung hat noch weitere Vorteile.

  1. Seit dem Jahr 2014 werden die Bonusangebote stärker reguliert. Und so darf es keine Bonusaktionen geben, die in irgendeiner Form die Auszahlungskompetenz des Kunden beschränken. Auszahlungen müssen so zu jeder Zeit und bedingungslos möglich sein. Vor 2014 erlaubten sich gewisse Broker noch, auch Auszahlungen in ihre Bonus-Bedingungen aufzunehmen und dies von einem bestimmten Trading-Volumen abhängig zu machen.
  2. Ein lizensierter Anbieter kann gar nicht ohne Einlagensicherung existieren, denn er ist dazu gesetzlich verpflichtet. Die zypriotische CySec gibt den Brokern auf der Insel die Mitgliedschaft im ICF vor, was so viel heißt wie Investor Compensation Fund for Clients of IF. Im Falle einer Broker Insolvenz werden pro Kunden maximal 20.000 Euro ausgeschüttet um den Tradern als Entschädigung zu dienen. Aber auch hier sei erwähnt, dass auch ein solcher Fond nur begrenzte Mittel aufweist. Sollten alle Broker in einen Abwärtssog getrieben werden, so wird die Einlagensicherung gewiss nicht für alle Kunden ausreichen
  3. In Deutschland gibt es die EdW, die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen. Gesetzlich ist eine Entschädigung durch die Richtlinie 97/9/EG geregelt. Aber damit nicht genug, Auch die EdB, die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH und die EdÖ, die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes öffentlicher Banken Deutschlands bereiten ein weites Auffangnetz im Falle von Unternehmenspleiten.

Über all schwebt dann noch die deutsche Bankenaufsicht Bafin. Somit wird abermals verdeutlicht welchen Sicherheitsvorteil ein Handeln bei einem deutschen Broker bedeutet. Diese weiteren Gründe sprechen für deutsche Anbieter:

  • Die Abgeltungssteuer wird direkt über den Broker abgeleistet.
  • Verluste lassen sich steuerlich geltend machen
  • Broker berichten direkt an die Bafin und die Behörde sorgt für den mitunter höchsten Sicherheitsstandard im weltweiten Markt
  • Deutsche Anbieter verwalten Kundengelder in der Regel selbst, während viele ausländische Unternehmen diese Arbeit auslagern

Es ist verständlich, dass viele Anleger in Sorge um ihre Einlagen sind. Doch mit den eben genannten Hinweisen, lassen sich ein paar entscheidende Risikofaktoren einfach ausschalten. Als Trader muss man immer auf sich selbst vertrauen, dies gilt auch schon bei der Wahl des richtigen Brokers. Fühlt man sich bei einem Anbieter nicht sicher, so ist dies auch nicht der richtige Broker. Ohne ein Wohlfühlgefühl ist vom Handel abzuraten. Schließlich steht zu viel auf dem Spiel. Ansonsten kann man sich ja, wie beschrieben, auf die Arbeit der Aufsichtsbehörden verlassen.

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